Manche Menschen sind sehr anziehend. Sie ruhen in sich und behandeln andere mit Interesse und Neugier. Von ihnen strahlt eine positive Energie aus und man hat das Gefühl, es tut gut in ihrer Nähe zu sein. Ich würde sagen, diese Menschen sind mit sich selbst im Reinen. Die Tatsache, dass sie sich selbst mögen oder lieben, macht sie offen und frei, um sich in der Welt der anderen wertfrei umzuschauen.

Sich selbst die Anerkennung zu geben, dass so wie ich bin und dass das, was ich tue, zwar nicht perfekt, aber gut genug ist, macht stark! Das heißt nicht, dass ich mich nicht verändern, verbessern oder weiterentwickeln sollte, im Gegenteil! Wenn ich mich selbst gut kenne, dann mache ich das, weil ich weiß, das das jetzt gerade der richtige Weg ist.
Entwicklung gehört zu einem spannenden Leben dazu, genau wie das Springen aus der Komfortzone, für manche öfter als für andere. Jedoch behalte immer den liebevollen Blick nach innen, um dann zu entscheiden, was gut für dich ist. Das ist in meiner Welt Selbstliebe.

Verrückt ist, dass Selbstliebe einer der wichtigsten Bausteine zu einem guten Miteinander ist. Andere zu mögen, zu achten, zu verstehen und zu lieben wird plötzlich ganz einfach. Denn wer sich selbst liebt, lebt selbstbestimmt.

Selbstliebe heißt nicht Selbstverliebtsein

Selbstliebe ist ein Wort, dass sich für mich recht pathetisch anhört. Ich kann mir förmlich meine kritische Freundin in der Schweiz vorstellen, wie sie zusammenzuckt. Trotzdem ist es genau das richtige Wort.


Selbstverliebtsein, ist etwas anderes. Dieses Wort beschreibt Menschen, die sich selbst in den Mittelpunkt des Universums stellen. Selbstliebe ist so eben nicht. Genauso wie Liebe, nichts mit Macht und Kontrolle oder Selbstaufgabe zu tun hat.
Selbstliebe hat etwas von der Liebe einer Oma zum Enkelkind. Die uneingeschränkte Annahme, der Persönlichkeit. Der Glaube daran, dass alles an dieser Person ok ist, und wenn nicht, dass dieser Mensch die Kraft und Einsicht hat, es so zu machen, dass es für ihn passt und das es dann gut ist. Vertrauen in das, was ist, was den Menschen ausmacht. Daraus entsteht Magie!

Selbstliebe ist Liebe

Selbstliebe ist eine starke Kraft. Liebe ist eine starke Kraft. Ich habe mir gerade überlegt, dass ich ja auch Selbstakzeptanz schreiben könnte oder Selbstvertrauen. Allerdings sind das in meiner Welt so ganz andere Werte als Liebe. „Ich akzeptiere dich“ klingt irgendwie gönnerhaft und würde ein „Ich liebe dich“ in keiner Weise ersetzen. Eher im Gegenteil. Der Zauber und die Magie, die ein ehrliches „Ich liebe Dich,“ bewirkt, ist etwas völlig anderes.
„Ich vertraue dir“ hat wieder eine andere Kraft, es ist irgendwie dissoziiert, es kommt nicht von innen. Vertrauen ist ein untrennbarer Teil von Liebe, wo kein Vertrauen ist, kommt schnell Angst. Für mich ist Angst das Gegenteil von Liebe. Genauso wie Gleichgültigkeit ein Gegenteil ist. Also bleibe ich bei dem Wort Selbstliebe. Wo Liebe ist, ist alles möglich.

Selbstliebe und Werte

Kinder, die in einer gesunden Familie aufwachsen, zeigen eine starke Verantwortung für ihre Bedürfnisse, das ist ein menschlicher Selbsterhaltungstrieb. Um als Baby zu überleben, braucht das kleine Wesen andere Menschen und mit diesen kommt dann …die Erziehung. Erziehung ist die Vermittlung von Werten: kulturellen und familiären Werten, schrägen und liebevollen Werten, Werte, die oft schon Generationen überlebt haben und die wir eigentlich oft gar nicht mehr brauchen. „Jungen weinen nicht, iss deinen Teller leer, das tut gar nicht weh, sprich erst wenn…, du wartest bis ich fertig bin. Männer sind, Frauen sind…..u.s.w..“ Erziehung ist wichtig, um miteinander auszukommen, aber manchmal gibt es schon sehr dämliche Regeln, und oft merkt man das erst viel zu spät.

Was haben jetzt Werte mit Selbstliebe zu tun? Viele Werte sorgen dafür, dass wir anderen gerecht werden und nicht uns selbst. Besonders ein Kind hat wenig Vergleiche und übernimmt ungefiltert die Werte der Familie. Es versucht Liebe zu verstehen und übernimmt manchmal Werte, die das Gegenteil von Selbstliebe sind.

Wenn wir Werte anderer verletzen, gibt es Unstimmigkeiten bis hin zu Kriegen. Mit dieser Wertverletzung, aus der Wertesicht des anderen, wird dann sein oder ihr Verhalten bewertet. „Das macht man nicht, sowas sagt man nicht und so redet man nicht mit älteren“, sind nur kleine Beispiele dafür. Manchmal gibt jemand seinen eigenen Wert auf, um anderen zu gefallen. Mit jedem Wert, den wir nicht leben dürfen, der uns aber wichtig ist, geben wir ein Stück von uns selbst auf. Um Selbstliebe zu praktizieren, ist es sehr wichtig, die eigenen Werte zu kennen und zu überlegen, ob sie wirklich noch ins eigene Leben passen. Ein Wertecoaching bietet sich hierfür sehr gut an. Werte kannst du erstmal bei dir selbst erfragen: Was ist mir wichtig, welcher Wert steckt für mich dahinter und wie lebe ich diesen Wert.

Selbstliebe und selbstbestimmt sein

Wenn ein Wert von anderen nicht gelebt wird, dann hat dieser Mensch wahrscheinlich andere Werte, die er wichtig findet. Logisch oder?
Ich kann nur selbst meinen Werten gerecht werden. Wenn ich die Erfüllung durch andere wünsche, dann ist das fremdbestimmt und führt recht schnell zu Enttäuschungen. Selbstliebe ist wertvoll, gerade weil sie nicht von aussen bestimmt wird.

Was Selbstliebe nicht ist

Ok und hier kommen wir genau an den Punkt an dem wir arbeiten dürfen, wenn wir merken, wie wenig wir uns selbst schätzen und lieben, weil wir so sehr die Anerkennung anderer wünschen. Arbeiten bis zum Burn Out, weil der Chef dann evtl. Anerkennung gibt, lieb sein, auch wenn andere gemein sind ohne sich zu wehren, immer für die anderen da zu sein, auch wenn das eigene Leben darunter leidet. Verzichten auf Dinge, die uns wertvoll sind, nur weil andere sie fordern. Zurückhaltend sein, auch wenn andere dann den Traumjob bekommen. Den Traummann ziehen lassen, damit die Freundin eine Chance hat. Bei jemandem bleiben, der toxisch, krank oder narzisstisch veranlagt ist, weil du denkst nichts Besseres verdient zu haben. Immer wieder für jemanden sehr viel Zeit opfern, obwohl diese Person nervt, da sie sich immer als Opfer sieht. Den Körper nicht leiden können, weil Menschen in deinem Umfeld nur schlanke Menschen schön finden, oder weil das Internet uns Märchen zeigt, wie beliebt und wieviel Spaß schlanke und sportliche Menschen haben.
In andere Dramen eintauchen und Zeit damit verschwenden, auch das bringt einfach niemanden weiter, ausser du hast eine sofortige Lösung parat.
Selbstliebe ist nicht aufopfernd, nicht fordernd nicht selbstoptimierend. Selbstliebe kann dich nicht besser als andere machen, weil sie neutral ist. Du bist gut genug für dich.

Was passiert durch Selbstliebe?

Selbstliebe macht uns frei. Auch frei in der Liebe zu anderen. Wenn wir uns selbst lieben, bleibt kein Raum für Eifersucht, Neid und dem Streben nach Anerkennung. Selbstliebe macht zufrieden und schafft Raum für andere. Sich selbst aufzuopfern, um Anerkennung zu bekommen, führt zum Gegenteil.
Jemand, der in sich selbst ruht, ist wie eine positive magnetische Batterie. Die Energie wirkt so anziehend, dass sich automatisch Menschen finden, die daran andocken möchten, um sich positiv aufzuladen. Selbstliebe macht anziehend.

Selbstliebe ist Magie.

Selbstliebe und der Wahrnehmungsfilter

Unser Wahrnehmungsfilter ist wie ein Computer-Suchprogramm für unser Gehirn. Es funktioniert unglaublich gut! Allerdings gibt es auch für dieses Programm Anwendungsfehler. Unser Gehirn nimmt pro Sekunde unglaublich viele Eindrücke auf. Nur wenige davon gelangen in unser Bewusstsein. Mit einer gezielten Suchanfrage wird das bewusste Wahrnehmen auf diese Sache eingestellt. Hast du schon mal nach Muscheln gesucht am Strand? Nach Herzsteinen, oder nach Marienkäfern als Kind? Oder wolltest du dir mal ein Motorrad kaufen, eine ganz bestimmte Marke, oder Farbe? Zuerst denkst du, dass all diese Dinge nur schwer zu finden sind. Dann hast du aber den Fokus darauf gesetzt und plötzlich findest du sie, wie von selbst. Die sind quasi überall und im Fall eines Autos oder Motorrades hast du evtl. das Gefühl, dass ganz plötzlich ein BOOM auf diese Marke oder Farbe ausgebrochen ist.

Leider funktioniert das auch wenn, ich dem Gehirn den Auftrag gebe: Ich bin schusselig oder ich bin nicht liebenswert.

Dieses Programm arbeitet nämlich einfach die Eingabe ab: Nicht liebenswert ENTER, beweisen ENTER und schwupps kommen sie, die Beweise: Der Busfahrer macht die Tür vor deiner Nase zu, dein Freund vergisst dein Lieblingsbrot, die Frau da drüben schaut dich kritisch an, weil du zu dick bist und dann verlangt dein Boss noch am Freitagnachmittag einen Vortrag auszuarbeiten. Alles Beweise dafür, dass du nicht liebenswert bist. Ausgenutzt und gedemütigt, ignoriert und stehengelassen, war ja klar, oder? ….Ist das wahr? Sind diese Gedanken wirklich wahr? Kann es nicht auch ganz anders sein?

Aus diesen Millionen von Sinneseindrücken und den vielen Vergleichen aus deiner Vergangenheit werden mit dem Wahrnehmungsfilter also genau die Dinge wahrgenommen, nach denen du bewusst oder unbewusst suchst. Versuchs mal mit: Was war heute gut? Was habe ich diese Woche sehr gut gemacht? Was ist an mir besonders? Ich kann schnell denken… Ich hab ein super Gedächtnis….je mehr Übung du hast um das Programm auf die positiven Dinge einzustellen, desto besser funktioniert es.

Selbstliebe und Gefühle

Manchmal haben wir in der heutigen Zeit das unangenehme Gefühl, dass wir etwas nicht richtig machen, wenn wir nicht pausenlos glücklich sind. Das ist Blödsinn. Gefühle jeder Art gehören zu jedem Menschen. Egal ob positiv oder negativ, sie dürfen gefühlt werden, ohne Bewertung. Alle Gefühle gehören zu dir. Wenn du dir Gefühle verbietest, oder sogar andere Menschen das tun, dann kann es, wie in einem Druckkessel, zu einer Explosion kommen. Mach dir bewusst, dass dem Gefühl immer ein Gedanke vorausgeht. Manchmal ein sehr flüchtiger Gedanke. Such ihn, wenn du ein Gefühl wie Trauer oder Einsamkeit entdeckst. Überleg dir dann, ob der Gedanke wahr ist oder ob es auch ganz anders sein kann. Oft sind Gedanken eben nicht wahr. Sie lösen aber trotzdem ein Gefühl aus.

Nimm dich selbst wahr, mit all deinen Gefühlen. Eine wunderbare Übung falls dir das schwerfällt, ist ein Gefühlstagebuch oder eine Gefühlsliste. Wahrnehmen was ist und es annehmen. Schreib deine Gefühle auf und sammle sie: Heute war ich besonders aufgeregt, weil, traurig, verzweifelt, gestresst, energielos, sauer….
Unzufriedenheit hat einen Grund, wenn du ihn findest, kannst du eine Veränderung beginnen.

Selbstliebe und die Vergangenheit

Ich bin nicht der Meinung, dass es hilft, schlimme Situationen und die dazugehörigen Gefühle, immer wieder auszumalen und dadurch wieder und wieder zu erleben. Das hilft dir nicht und niemandem, den du in diese negative Welt hineinziehst. Ein NLP Coaching kann dir helfen diese Bilder, Filme oder Gefühle zu verändern, falls du in so einer Schleife festhängst.
Gefühle bei Erscheinen wahrzunehmen und evtl. sogar in deinem Körper zu lokalisieren, hilft dir, dich selbst wahrzunehmen.

Manchmal sind es sehr alte negative Situationen, die immer und immer wieder erlebt werden und damit sehr real erscheinen. Gefühle besonders negative sollten eine kurze Verweildauer haben und zu aktuellen Gedanken passen. Alles negative Vergangene darf verschwinden.

Loslassen ist hier das Zauberwort. Wenn Gedanken, an die Vergangenheit, dich an dir zweifeln lassen, dann investierst du Zeit in etwas, was gar nicht mehr wahr ist.
Es ist vorbei und auf dich wartet ein neues weißes Blatt deiner Lebensgeschichte.

Wie wirst du diese Gedanken los?

Schreibe sie erstmal alle auf. In ihrer ganzen Brutalität und was sie für dich bedeuten. Und dann nimmst du dir einen Gedanken nach dem anderen und stellst dir die Frage: Ist dieser Gedanke wahr? Gibt es keinen Zweifel und keinen Beweis, dass es nicht wahr ist? Was macht dieser Gedanke jetzt gerade mit mir? Wenn er nicht da wäre, wie würde ich mich fühlen? Kann das Gegenteil des Gedankens auch wahr sein? Wichtig ist, dass du es schriftlich machst.
Wenn dich diese Methode interessiert schau mal „The Work“ von Katie Byron an, du findest genug Info dazu online. Es ist erstaunlich wie oft wir unser Leben durch eine Lüge beeinflussen lassen.

Selbstliebe und Dankbarkeit

Dankbarkeitslisten und Tagebücher sind zur Zeit in Mode. Deshalb sind sie trotzdem unglaublich mächtig. Wenn du dir bewusst machst, wofür du in deinem Leben dankbar bist, dann stimuliert das den positiven Wahrnehmungsfilter.

Was von deinen Fähigkeiten, Eigenschaften, was an deinem Körper und von deinen Taten in der letzten Zeit macht dich dankbar? Schreib es auf, es hilft deiner Selbstliebe.

Fazit

Wenn du dich liebst, führst du eine gute Beziehung mit dir selbst.
Wenn du dein Leben für andere aufopferst, wer lebt dann dein Leben? Wenn du ja sagst zu Dingen, die du gar nicht willst, sagst du nein zu dir.

Behandle dich selbst so, wie du deinen besten Freund, deine Kinder oder Enkel behandelst. Mach dir Komplimente, verzeih dir den Blödsinn, den jeder macht und lach darüber. Bewundere das, was du schaffst. Liebe das, was gerade ist. Steh für dich ein, indem du deine Gefühle wahrnimmst. Nein sagen, ist oft die richtige Reaktion. Du bist toll, so wie du bist und liebenswert bist du sowieso. Nimm dich ernst, aber nicht zu ernst, „Ich lass das jetzt so“ ist ein Satz, der Lebenszeit schenkt. Wenn du auf Dauer zu viel tust, was dir nicht guttut, verlierst du Kraft und du sorgst nicht für dich. Vergleich dich nicht, das bringt dich nicht weiter. Setz dir erreichbare Ziele, die dich in deiner Entwicklung nach vorne bringen und finde eine Vision.

Selbstliebe ist Magie. Wenn du ein selbstbestimmtes Leben leben willst, dann ist sie der wichtigste Baustein. Das Gute ist, du kannst es lernen.

Mit Liebe von meinem Schreibtisch in Leipzig an dich, wo immer du bist. Du bist einzigartig und wunderbar. Finde deine Magie!

Deine Eva – Coach für Lebensvisionäre.
Wenn dein Leben plötzlich in eine Richtung läuft, die dir nicht mehr guttut, dann bist du bei mir richtig.

Schreib mir ekwippermann@gmail.com