Leicht leben, leicht lieben – das war zeitweise nicht selbstverständlich in meinem Leben.
Ich steckte in einer Beziehung fest, in der wir vier Jahre lang kaum noch miteinander sprachen.
Wir arbeiteten viel, hatten Kinder, ein Haus, Haustiere und unsere Jobs.
Erfolgreich im Beruf, aber in der Familie und Beziehung schwelte das Feuer nur noch ganz schwach.
Wenig gemeinsame Werte und Ziele, von denen wir nur dachten, sie wären für uns beide gleich, führten immer wieder zu Missverständnissen, denn wir waren sehr verschieden.
Dazu ein komplett unterschiedlicher Kommunikationsstil, der bewirkt hat, dass wir uns nicht verständigen konnten.
Er war mein Geschäftspartner und Ehemann, wir waren erfolgreich im Job, aber die Liebe blieb auf der Strecke.
Wenn die innere Familie nicht funktioniert, ist nichts leicht. Auf Dauer frustriert das alle Beteiligten.
Leicht leben
»Leicht leben« bedeutet für mich, dass ich Freude, Freiheit und Selbstbestimmtheit in meinem Leben spüren kann und diese auch gemeinsam mit den Menschen, die mir etwas bedeuten, erleben darf. Wenn das gegeben ist, sind damit auch meine wichtigsten Lebenswerte erfüllt.
Mehr über Werte findest du in meinem Artikel: Wie du deine Lebenswerte erkennst.
Wer seine Werte kennt, kann verstehen, wenn dagegen verstoßen wird.
Wichtig bei Werten, außer sie zu kennen, ist es zu wissen, ob sie noch zum eigenen Leben passen. Werte kommen aus der Vergangenheit, manche darf man also auch loslassen. Wer seine eigenen Werte kennt und genau betrachtet, kann auch entscheiden, ob sie noch hilfreich sind und gegebenenfalls dagegen etwas tun. Werte zu kennen macht das Beziehungsleben und vieles andere leichter, denn wer versteht, kann verändern.
Werte sind oft der Schlüssel zu unseren Herausforderungen, weil sie bestimmen, wie wir denken, fühlen und handeln – und sie können uns manchmal auch blockieren, wenn wir uns ihrer nicht bewusst sind. Gesunde Menschen handeln selten aus Bosheit, Arroganz oder Ignoranz, sondern folgen einfach anderen Werten, die nicht mit unseren übereinstimmen. In vielen Fällen fühlen wir uns dann unverstanden oder ungeliebt.
Ich kenne meine Werte und auch die meines Partners, und er auch die meinen. Damit ich nach meinen Werten leben kann, frage ich mich häufig: Warum ist mir das wichtig? Was bedeutet das für mich? Woher kommt dieser Gedanke und gegebenenfalls: Welcher Wert wird verletzt? Damit lebe ich sehr bewusst, was meine Gefühle angeht. Ich übernehme Verantwortung und mache mir immer wieder Gedanken über meine Bedürfnisse. Damit wird mein Leben leichter.
Was bedeutet bewusst zu leben?
Bewusst zu leben sagt sich so einfach, aber es ist ein Thema, das in der heutigen Zeit immer mehr Bedeutung bekommt.
Ablenkung ist überall, und manche surfen durch einen Tag, ohne zu wissen, ob etwas passiert ist, was das Leben in irgendeiner Form beeinflusst hat.
Anstatt also im Autopiloten durch den Alltag zu surfen, ist es wichtig, immer wieder in die eigene Innenwelt zu tauchen, den Körper zu fühlen und den Geist auf eigene Themen zu lenken. Journaling oder ein paar Minuten am Abend, um zu überlegen, was gut war, wofür wir dankbar sind und wovon es mehr geben darf, sind eine wunderbare Hilfe.
Empfehlung: Das Buch „Achtsam Morden“ passt wunderbar zu diesem Thema.
Bewusst leben heißt für mich, im Moment zu sein, meine Sinne zu öffnen und die kleinen Details um mich herum zu bemerken. Bewusst zu sein zeigt mir, was mir wichtig ist, und ich kann mein Handeln danach ausrichten.
Zeit für mich zu haben, ist ein Luxus des Älterwerdens. Als junge berufstätige Mutter war ich für so viele Menschen zuständig, dass ich am Abend zu erschöpft war, um noch achtsam zu sein.
Das dachte ich zumindest, bis ich mit Yoga begonnen habe.
Reflektieren heißt wachsen. Verändern kann ich nur etwas, das ich kenne, und wenn ich weiß, was ich will. Es geht darum, Werte zu leben und in Einklang mit Überzeugungen zu handeln.
Bewusst leben bedeutet aber auch, die Beziehungen zu den Menschen um mich herum zu vertiefen.
Präsent zu sein, schafft tiefere Verbindungen und bereichert das Leben.
Kontrolle getarnt als Verantwortung
Loslassen durfte ich auch von »als Verantwortung getarnter Kontrolle«.
Ich habe gelernt, zwischen echter Verantwortung und Kontrolle, die ich nur als Verantwortung bezeichnet habe, zu unterscheiden und diese loszulassen. Bei mir kam dieses Learning durch meine erwachsenen Kinder. Manche Themen sind teuer und manche schmerzhaft, aber ab einem gewissen Alter darf ich mich heraushalten. Es ist leichter, als ich dachte.😅
Wer andere kontrollieren will und denkt, das sei Verantwortung, lebt in ständiger Angst, etwas nicht im Griff zu haben. Für mich das Gegenteil von selbstbestimmt, wenn ich anderen nicht vertraue.
Das ist sehr anstrengend, und dadurch kommt es schnell zu Konflikten.
Viele Menschen können Verantwortung und Kontrolle kaum auseinanderhalten. Mir fiel es in meiner Selbstständigkeit bei unseren Mitarbeitern auf. Als wir ihnen die Kontrolle über die einzelnen Projekte gegeben haben, übernahmen sie auch plötzlich die Verantwortung und hatten viel mehr Motivation, alles richtig gut zu machen.
Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wann Loslassen das Leben erleichtert und wann ich etwas kontrollieren will und ob mich das überhaupt etwas angeht.
Leicht lieben
Leicht lieben – mein Hauptthema als Beziehungscoach. In einer Beziehung sind zwei Partner, jeder mit eigenen Werten und Glaubenssätzen. Das darf man sich wie zwei Kreise vorstellen, die sich an einer gewissen Stelle überlappen. Diese Schnittmenge gilt es zu pflegen und dafür auch eine unserer wichtigsten und wertvollsten Ressourcen einzusetzen: Lebenszeit.

Am Anfang einer Beziehung ist es leicht, Unterschiede zu akzeptieren, aber mit der Zeit können sie belasten.
Daher rate ich allen, die am Anfang einer Beziehung stehen oder einen neuen Partner suchen, sich eine Liste zu machen, was für sie wichtig in einer Beziehung ist und was absolute No-Gos sind.
No-Gos sollte man frühzeitig erkennen und klar für sich benennen. Wenn sie innerhalb der ersten 10 Dates auftreten, ist es oft besser, den Kontakt loszulassen, da grundlegende Differenzen meist später nicht verschwinden.
Bedingungslos zu lieben klingt etwas kitschig. Für mich bedeutet das, ohne Erwartungen zu sein. Das kann schon mal dazu führen, dass die Liebe einseitig ist. Aber das ist okay. Ich kann lieben, wen ich will, solange ich nicht erwarte, dass meine Gefühle erwidert werden.
Leicht zu lieben bedeutet in erster Linie, ohne Erwartungen zu sein. Dann kann mich auch fast nichts enttäuschen, und alles, was mir Nettes entgegengebracht wird, ist einfach nur wunderbar.
Leicht lieben in der Partnerschaft
Ich liebe es, meine Freiheit zu genießen und Dinge zu tun, die mir Spaß machen, und mein Partner darf genau das Gleiche für sich selbst erleben – und wir feiern diese Freiräume.
Das Wichtigste ist, dass wir das, was in unserer Schnittmenge ist, gemeinsam pflegen. Bei uns sind das Dinge wie: Reisen und Menschen kennenlernen, lange Gespräche über alles Mögliche, zu Fuß ein Land erkunden, mit dem E-Bike in Städte fahren, am Strand sitzen, kleine Abendausflüge mit und ohne Hund und Live-Musik oder einen Biergarten im Sommer.
Liebe erfordert Investitionen: Am wichtigsten ist es, Lebenszeit für den Partner einzuplanen und gemeinsame Interessen zu verfolgen. Spaß an den kleinen Dingen zu haben ist für mich das, was meine Beziehung jeden Tag belebt.

Leicht leben – leicht lieben ist mein Claim für mich als Beziehungsberater und in der Paartherapie.
Ich möchte meine Expertise darüber, wie leichter leben funktioniert und wie Menschen leichter lieben können, gerne an so viele Menschen wie möglich weitergeben. Deshalb coache ich aus Leidenschaft.
Ich bin Eva.
Beziehungscoach und ich liebe mein Leben und die Menschen darin.

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